Preisfindung für Hotels intelligent automatisieren: KI nutzen und gleichzeitig Raum für menschliche Beteiligung lassen

In den letzten Jahren haben Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und der Automatisierung die Hotellerie entscheidend weitergebracht. Sie haben es möglich gemacht, enorme Mengen an Informationen zu sammeln und auszuwerten, in Echtzeit datengestützte Entscheidungen zu treffen und damit die allgemeine Unternehmensleistung zu verbessern. 

Insbesondere im Bereich des Revenue Management können neue KI-basierte Lösungen aktuelle Marktinformationen liefern und Hoteliers bei der Optimierung, Anpassung und sogar Automatisierung ihrer Preisgestaltung unterstützen.

Doch bei all diesen leistungsstarken Tools stellt sich eine Frage: Wie können Sie sicherstellen, dass die Herangehensweise Ihres Systems vollständig mit Ihrer Geschäftsstrategie übereinstimmt? Und welche Rolle spielt dabei Ihr Team?

An dieser Stelle kommt die Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine ins Spiel…

 

Interaktion mit künstlicher Intelligenz

Seit Jahrzehnten helfen technische Neuerungen Revenue Managern, ihre Arbeitsabläufe zu verbessern und ihre Effizienz zu steigern. Die ersten Tools automatisierten die Datenerfassung und -aufbereitung. Dies sparte viel Zeit und ermöglichte es Revenue Managern, sich mehr auf die strategische Seite ihrer Arbeit zu konzentrieren, als nur auf taktische Elemente.

Dann kamen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen auf. Es entstanden fortschrittliche Algorithmen zur Preisgestaltung, die Empfehlungen geben oder Preise sogar ganz automatisch festlegen können. Dadurch können Hotels nun dynamische Preisgestaltung der Extraklasse umsetzen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, neue Umsatzchancen auszuschöpfen und Gewinne zu maximieren. 

In einigen Kreisen haben diese Entwicklungen folgende Frage aufgeworfen: Wenn diese neuen Tools so viel können, sind Revenue Manager dann überflüssig? Unsere Antwort: Auf gar keinen Fall!

Denken Sie zum Beispiel an moderne Schiffe und Flugzeuge. Sie sind alle mit leistungsstarken Autopiloten ausgestattet, aber sie haben trotzdem noch Kapitäne und Piloten. Diese hoch qualifizierten Fachkräfte überprüfen regelmäßig die Systeme, korrigieren bei Bedarf den Kurs und erledigen viele andere komplexe Aufgaben, zu denen selbst die beste KI von heute noch nicht in der Lage ist.

Das Gleiche gilt fürs Revenue Management in Hotels. Business-Intelligence- und Pricing-Tools bieten eine enorme Unterstützung, die Ihnen helfen wird, Ihre Umsätze drastisch zu steigern. Wenn Sie jedoch wollen, dass der Algorithmus Ihrer Preisstrategie oder den Preisgestaltungsregeln Ihrer Marke folgt, ist ein gewisses Maß an menschlichem Input und Anleitung von außen nach wie vor wichtig. 

Um solch eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Revenue Managern und ihren KI-Helfern zu schaffen, setzen Sie die folgenden drei Schritte um.

  • Die richtigen Grundlagen schaffen

KI-Tools sind gut darin, Aufgaben auszuführen. Aber damit dies gelingt, müssen sie zunächst wissen, was zu tun ist. So kann die Autopilot-Navigation ein Schiff überall hinführen, aber nur solange das gewünschte Ziel vorgegeben ist. 

Das gilt auch für Hotels. Hier müssen die Revenue-, Vertriebs- und Marketing-Teams die Geschäftsstrategie entwickeln und Ziele festlegen, innerhalb derer das KI-Tool arbeiten kann.

Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Ihre Zielgruppen zu identifizieren, Umsatzziele festzulegen und Ihr Zimmerinventar zu definieren. Dazu gehören die Festlegung der Zimmerkategorien, die Ausarbeitung einer Preishierarchie und die Festlegung der Mindest- und Höchstpreise. 

Geben Sie diese Informationen bei der Konfiguration und bei jeder Strategieänderung in Ihr System ein. Dies bietet dem Algorithmus den nötigen Rahmen, um stets fundierte Preisvorschläge zu machen, die für Ihr Haus, Ihre Marke und Ihren Markt geeignet sind.

  • Vorbereitungen für unvorhergesehene Situationen treffen

Die Wetterbedingungen können sich während einer Schiffsreise schnell ändern. Von aufkommendem Wind und höherem Wellengang bis hin zu ungewöhnlichen Wetterverhältnissen kann sich vieles auf den Kurs und die Segelgeschwindigkeit auswirken. Es ist wichtig, dass Ihr Leitsystem in solchen Situationen schnell und sicher reagieren kann.

Dieses Konzept gilt auch für das Gastgewerbe. In unserer Branche schwankt die Nachfrage regelmäßig, und Ihr RMS muss sich an diese unvermeidlichen Veränderungen anpassen können. Die Top-Lösungen von heute sind dazu in der Lage, weil sie auf unzählige historische, aktuelle und vorausschauende Datenpunkte zugreifen und diese in ihren nächsten Preisvorschlag einfließen lassen. So stimmen Ihre Zimmerraten immer mit den neuesten Marktentwicklungen überein, selbst wenn sich die Nachfrage ändert. 

Natürlich können Sie die Arbeitsweise Ihres Systems weiter verfeinern, indem Sie zusätzliche Informationen bereitstellen. Dazu müssen Sie zunächst die Ihnen bekannten Hoch- und Nebensaisonen in Ihrem System definieren. Nutzen Sie historische und vorausschauende Nachfragewerte, Veranstaltungsankündigungen und Ihre Erfahrung, um diese Zeiträume zu ermitteln. Dazu könnten Hauptreisezeiten wie Winter, Sommer oder Feiertage gehören, große Messen oder wiederkehrende Buchungsmuster an bestimmten Wochentagen. Legen Sie für diese Zeiträume spezielle Regeln fest, damit Ihr System während der unvermeidlichen Hoch- und Tiefphasen die gewünschten Maßnahmen umsetzt. 

  • Anpassung an einmalige Ereignisse

Manchmal taucht ein Sturm plötzlich aus dem Nichts auf. In solchen Fällen ist ein Notfallprotokoll erforderlich, um das Schiff in Sicherheit zu bringen. Aber nicht nur das. Sie brauchen auch eine Mannschaft, die dieses Protokoll umsetzen und bei Bedarf einspringen kann. 

Ähnlich verhält es sich beim Revenue Management, wo Ihr Haus gelegentlich mit einem unerwarteten Anstieg oder Einbruch der Nachfrage konfrontiert wird. Mögliche Gründe dafür gibt es viele. Sei es, dass eine beliebte Band in letzter Minute ein Konzert ankündigt oder dass eine große Gruppe ohne Vorwarnung absagt. Selbst auf solch ausgefallene Szenarien können KI-gesteuerte RMS richtig reagieren, da sie in Sekundenschnelle aktuelle Marktdaten sammeln und auswerten. So können Sie massiv von einem Anstieg der Nachfrage profitieren und einen Ausverkauf zu niedrigen Preisen vermeiden

Natürlich kann auch das vielseitigste RMS nicht immer komplett eigenständig arbeiten. Ihr Team spielt eine entscheidende Rolle, da es die Regeln, nach denen Ihr System arbeitet, erstellt, prüft und ggf. anpasst. Wenn Sie wollen, dass Ihr RMS auf eine bestimmte Weise reagiert, müssen Sie den dafür nötigen Alternativplan bereitstellen. Dies könnte heißen, dass Sie Ihre allgemeine strategische oder saisonale Preishierarchie verschieben oder die Unter- und Obergrenzen Ihrer Raten für bestimmte Daten anpassen. Die Flexibilität, Ihre Preisregeln mit wenigen Klicks ändern zu können, bringt viele Vorteile. Sie erlaubt es Ihnen, Ihre Marke zu schützen, wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig einen Preiskampf zu vermeiden. 

 

Auch wenn sich die Fähigkeiten der KI ständig weiterentwickeln, werden Geschäftsstrategien, kreative Ansätze und der Blick aufs große Ganze weiterhin die Kernkompetenz des Menschen bleiben. 

Aber mithilfe leistungsstarker KI-gesteuerter Systeme wird es für Revenue Manager immer einfacher werden, ihre Arbeit noch besser zu machen. Hier wird die Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine erst richtig wichtig. 

Damit sie klappt, ist eines entscheidend: der richtige Ansatz bei der Einrichtung und dem Umgang mit diesen Systemen. Dazu gehört, die Parameter richtig zu definieren, sie bei Bedarf zu prüfen und anzupassen, dem System zu vertrauen, aber auch zu wissen, wann man einschreiten muss.

Vor allem angesichts der rasanten technologischen Entwicklung ist es wichtig, das Gleichgewicht zwischen menschlicher Beteiligung und autonomer KI zu wahren.

Gelingt dies, können Sie sich dank intelligenter Automatisierung jederzeit auf eine sichere und reibungslose Fahrt freuen.

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